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Kulturtipps

Klassik oder Salsa – das läuft an Pfingsten in der Stadt und auf dem Land

Unsere Region bietet jede Woche ein spannendes Kulturprogramm zum Entdecken, Eintauchen, Geniessen. Hier finden Sie unsere sieben ausgewählten Tipps für das lange Pfingst-Wochenende.

Stars (fast) vor der Haustür: Buchbinder, Capuçon und Swiss Orchestra

Nach einem konzertintensiven Auffahrtswochenende steht das verlängerte Pfingstwochenende musikalisch im Glanzlicht bestimmter Höhepunkte.

Der Beethoven-Spezialist: Rudolf Buchbinder.
Bild: Bild: Marco Borggreve/zvg

Der fruchtbare Kulturnährboden in der Region führt zu einer hohen Veranstalterdichte. Diese wiederum zu einem reichhaltigen Konzertangebot. Dieses hat gewisse Spitzen zu Zeiten von Festivals und Feiertagen, wird aber auch in Form regelmässiger Konzerte im Rahmen der verschiedenen Saisons übers Jahr hinweg in guter Qualität hochgehalten. Ob das zu einer Übersättigung führt, ist zwar eine naheliegende Frage, lässt sich aber nicht bestätigen.

Luzern hat kulturell und gerade im Bereich der klassischen Musik eine internationale Ausstrahlung. Das führt zum Umstand, dass in der Region mit einer Selbstverständlichkeit und Regelmässigkeit internationale Topstars und spezielle Repertoireperlen in Grossbesetzung zu erleben sind.

Buchbinder: Samstag, 18. Mai, 19.30, Andermatt Concert Hall; «Unerhört!»: Sonntag, 19. Mai, 19.30, Andermatt Concert Hall; «Traumwandel»: Sonntag, 19. Mai, 18.30, KKL Luzern.

In Weggis hält wieder die südamerikanische Lebensfreude Einzug

Roby Pulido, Sänger und Komponist kubanischer Herkunft, tritt am Samstagabend mit seiner Band auf.
Bild: Bild: zvg

«Wer einmal im gedeckten Pavillon mit Blick auf See und Berge Salsa getanzt hat, wird es nie mehr vergessen!», schreiben die Veranstaltenden. Die Aussage wird wohl auch auf vielen begeisterten Rückmeldungen aus dem Publikum fussen. Am Pfingstwochenende heisst es darum in Weggis wieder: Riviera Latina Festival!

Die Visitenkarte des Salsa-Open-Airs sind Stimmung und Ambiente, eine abwechslungsreiche Mischung aus Livekonzerten, Tanz-Shows und -Animationen, DJs und einem Bühnenprogramm von und für Kinder. Für noch mehr Festivalstimmung sorgt das Latino Village mit Kulinarik und Kunsthandwerk aus Lateinamerika sowie Kinderanimation. Speziell empfohlen wird das Konzert von «Dar Vida» am Sonntagnachmittag. Die dreizehn Musiker aus Kuba, Kolumbien, Mexiko und der Schweiz spielen für sozial und finanziell benachteiligte südamerikanische Kinder und Jugendliche – die Gruppe ist Teil des gemeinnützigen Hilfswerks «niños jugando» –, liefern aber auch «bombastische Latinostimmung».

Die Zeiten: Freitag von 17 bis 1 Uhr, Samstag von 14 bis 2 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei; wegen Bauarbeiten wird der ÖV für die Anreise empfohlen. (reg)

Freitag, 17. bis Sonntag, 19. Mai, am See beim Pavillon, Weggis; weitere Infos: www.riviera-latina.ch .

Wenn Teenager ihre Eltern wahnsinnig machen

Simon Chen, Stefanie Grob, Rahel Hubacher, Gerhard Meister und Matto Kämpf (v.l.) nehmen Eltern-Teenie-Konflikte nicht ganz so ernst.
Bild: Bild: zvg

Die meisten Eltern staunen irgendwann: Aus ihren Kindern sind Teenies und sie selber noch älter geworden. Der Hormoncocktail der Pubertät trifft auf den Hormoncocktail der Wechseljahre. Ist Erziehung jetzt noch möglich? Das letzte Schleich-Tier ist auf Tutti, der Leitfaden zum Jugendstrafvollzug bestellt. Zehn Jahre nach dem ersten gemeinsamen Programm stehen Simon Chen, Stefanie Grob, Matto Kämpf, Gerhard Meister und neu Rahel Hubacher wieder zusammen auf der Bühne. Und geraten in «Teenage Edition» aus ihrer Fassung und ins Absurde. (sh)

Dienstag, 21. Mai, 20.00, Kleintheater, Luzern; www.kleintheater.ch .

High Heels und Wrestling? Für Dragqueen Rachel Harder ein Muss

Nach der Show wird es auch in diesem Jahr eine Afterparty geben.
Bild: Bild: zvg

Manch einer wird sich fragen, was High Heels und Perücken im Wrestlingring verloren haben? Die Antwort des Südpol Luzern lautet: Genau da gehören sie hin. Denn es sei längst überfällig, dass Kampfsport, wo heteronormative Wertvorstellungen stark vertreten sind, von schlagkräftiger Queerness erobert werde. Weshalb «Drag im Ring» by Rachel Harder nun auch in die zweite Runde geht, nach 2023. Mit noch grösserem Cast, der sich aus «Brigade Brut» und den «angriffslustigsten Dragqueens der Schweiz» zusammensetzt. (sh)

Samstag, 18. Mai, 22.00, Südpol (Grosse Halle), Luzern; www.sudpol.ch .

Der aufrichtige Rock 'n' Roller

Irgendwo im Sedel hänge bestimmt noch ein Plakat aus den 80ern mit Pat Todds erster Band Lazy Cowgirls, heisst es auf der Webseite des Luzerner Musikzentrums. Pat Todd aus Los Angeles, Kalifornien, steht für Blues, Soul und Rock 'n' Roll im Punkgewand. Die Lazy Cowgirls lösten sich 2004 auf. Nun wieder im Sedel ist der charismatische Frontmann mit seiner neuen Band Pat Todd & The Rankoutsiders und dem brandaktuellen Album «Keepin’ Chaos At Bay». Eine abwechslungsreiche Platte, die Spass macht; denn Spass, das hört man, haben Pat Todd und seine vier Mitstreiter. Das ist Musik, schnörkellos, aber nicht plump, der das Etikett Punkrock nicht gerecht wird. Man höre nur «Poison Your Water». Wirklich schön, da ist Seele drin. Eröffnet wird der Abend von The Sidetracks aus Luzern. (reg)

Montag, 20. Mai, 20.30, Sedel, Luzern.

Mensch und Maschine und intime Pianomusik

An den Stanser Musiktagen widmeten sich Corps Pur und Jun Knik im Nachtprogramm der minimalistischen Groove-Musik und suchten nach polyrhythmischer Imperfektion. Nun kommt Jun Knik (Tenorsaxofon, Bassklarinette), eigentlich Nikola Jan Gross, aus La Chaux-de-Fonds solo in den Neubad-Pool und spielt – wie schon Schlagzeuger Jojo Mayer – mit Maschinen. «Ein Zusammenspiel, in dem die Improvisation minimalisiert und die Repetition improvisiert wird … Melodisch, noisig … Maschinen ächzen und quietschen, und ein Saxofon ölt seine Kehle.» Des Weiteren präsentiert Singer-Songwriterin Hilke (Ros), ehemaliges Mitglied der belgischen Post-Rock Band Amatorski, ihre neue EP «Piano Feroce»; intime, träumerische, persönliche Pianomusik. Schön. (reg)

Freitag, 17. Mai, 20.30, Pool, Neubad, ­Luzern.

Albin Bruns zweite Carte blanche

Albin Bruns (ganz rechts) «NAH Quartett».
Bild: Bild: Nina Mann/zvg

Die neue Konzertreihe mit Albin Brun in der Kulturmühle Horw geht in die zweite Runde. Am Freitag ist der Luzerner Musiker und Komponist (Schwyzerörgeli, Sopransaxofon) mit seinem «NAH Quartett» zu Gast – mit Andreas Gabriel an der Violine, Marc Unternährer an der Tuba und Andy Aegerter am Schlagzeug. Inspiriert sind Bruns Kompositionen von verschiedenen Reisen, aber auch von seiner unmittelbaren Umgebung: eine persönliche Volksmusik entlang der eigenen Biografie, in der sich «das Alpine» mühelos mit Kulturen rund um den Globus verbindet. (reg)

Freitag, 17. Mai, 20.00, Kulturmühle, Horw.

Das Werk von Eliška Bartek im Fokus: eine Ausstellung und ein Gespräch

Fotografie als Ausdruck der Seele: Noch bis 6. Juli zeigt die Max Wandeler Stiftung in Luzern eine Auswahl an Fotogrammen und Clichés verre der Künstlerin Eliška Bartek, zusammen mit Auszügen ihrer Sammlung von Fotografien der tschechischen Avantgarde, mit Werken von František Drtikol, Miroslav Tichy und anderen. Heute, Donnerstag, spricht die Künstlerin mit dem Kurator Marco Obrist. (sh)

Donnerstag, 16. Mai, 18.00, Brüggligasse 2, Luzern (Eliška Bartek im Gespräch mit Kurator Marco Obrist); die Ausstellung «Die letzte Bohémienne» dauert noch bis 6. Juli, Max Wandeler Stiftung, Franziskanerplatz 5, Luzern.

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