Versorgungsengpässe an Tankstellen in Mexiko

MEXIKO ⋅ Die Vorgehensweise der Regierung Mexikos gegen den Benzindiebstahl hat zu langen Schlangen an Tankstellen und Hamsterkäufen geführt. In Lokalmedien waren am Dienstag (Ortszeit) Bilder von wartenden Autofahrern und Menschen mit Kanistern zu sehen.

Aktualisiert: 
09.01.2019, 01:39
09. Januar 2019, 01:03

Nach Angaben der Tageszeitung "Milenio" kam es in mehreren Bundesstaaten zu Benzin-Engpässen - mehrere Tankstellen blieben sogar ganz geschlossen. In mehreren Städten sei es zudem zu Panikkäufen gekommen.

Da die Zahl der Benzindiebstähle aus Überlandleitungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, hatte die Regierung unter dem Linkspolitiker Andrés Manuel López Obrador beschlossen, das Verteilungssystem zu ändern. Einige der Leitungen wurden daher geschlossen. Das Benzin bringen nun bewachte Tanklaster ans Ziel, was nun offenbar zu den Engpässen geführt hat.

Der staatliche Mineralölkonzern Pemex erklärte in der Nacht auf Mittwoch auf Twitter, dass daran gearbeitet werde, die Tankstellen möglichst schnell mit Benzin zu versorgen. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt gebe es keinen Engpass.

In Mexiko wurde im vergangenen Jahr nach Pemex-Angaben alle 30 Minuten versucht, illegal eine Benzinleitung anzuzapfen. Der Handel und Schmuggel von gestohlenem Benzin ist in dem lateinamerikanischen Land für kriminelle Organisationen ein Milliarden-Geschäft. Die Anzapf-Versuche sind aber nicht ungefährlich: Regelmässig kommt es zu Explosionen an Pipelines und die mutmasslichen Diebe werden verletzt oder kommen ums Leben. (sda/dpa)


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