Trinkgeld wandert direkt in die Casino-Kasse

Da staunt der Gewinner und der Verlierer wundert sich. Wer im Casino Glück hat, drückt dem Personal gern ein Dankeschön in die Hand. Der Zusatzbatzen für den Croupier ist aber gar keiner.

  • Ungewöhnliche Lohnpolitik: Das Trinkgeld im Casino erhält der Croupier gar nicht direkt.
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Pfäffikon. – Nicht selten bedanken sich Casinobesucher beim Croupier, der ihnen gerade mit einem glücklichen Händchen zu einem schönen Gewinn verholfen hat, mit einem grosszügigen Trinkgeld. Der Spieljeton verschwindet dann jeweils umgehend im Tronc (französisch für «Opferstock»), dem Trinkgeldbehälter am Spieltisch.

Im Casino im ausserschwyzerischen Pfäffikon fliessen letztendlich aber nur 14 Prozent aus dem Topf auch tatsächlich als Trinkgeld auf die Konten des Personals. 86 Prozent werden zur Deckung der Fixlöhne verwendet. Der Gast also als direkter Arbeitgeber der Angestellten? Kein eigentlicher Skandal, sondern ein in der Casinobranche im In- und Ausland übliches System.

Wie Recherchen unserer Zeitung ergaben, sammeln sich in den Troncs des Casinos in Pfäffikon pro Quartal durchschnittlich gut 200 000 Franken an. Bei den rund 100 Angestellten des Pfäffiker Casinos würden vierteljährlich somit rund 2000 Franken auf jeden einzelnen entfallen, würde da nicht eben dieses ungewöhnliche Lohnsystem angewendet.

Bei 200 000 Franken pro Quartal schlägt das als eigentliches Trinkgeld deklarierte Supplement auf dem Konto eines Croupiers so lediglich mit rund 300 Franken pro Quartal zu Buche. Daniel Vogt, Direktor des Swiss Casinos Zürichsee, bestätigte auf Anfrage, dass lediglich 14 Prozent des Troncs den Mitarbeitern – Geschäftsleitung ausgenommen – als quartalsmässiger Bonus ausgeschüttet werden.

Dass die Angestellten um ihr Trinkgeld geprellt werden, findet er jedoch nicht. «Je nach Höhe des erwirtschafteten Trinkgelds, der Qualifikation und der Höhe des Fixlohns kann dieser Bonus die Höhe eines 14. Monatsgehalts erreichen», rechtfertigt er diese Lohnpolitik. (red)

  • Quelle: Bote der Urschweiz
  • Datum: 28.05.2012 23:43 Uhr
  • Webcode: 37566
  • Kommentare
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Fr, 01.06.2012 19:23 | Hans Koller

Tronc

Ich finde es ein Betrug , dass das Trinkgeld nicht total für die Angestellten eingesetzt wird. Ich finde das muss geändert werden denn ich gebe jedesmal wenn ich einen Plain habe oder sonst einen höheren Gewinn ein Trinkgeld meines Einsatzes auf die gefallene Zahl.

Fr, 01.06.2012 19:23 | Hans Koller

Tronc

Ich finde es ein Betrug , dass das Trinkgeld nicht total für die Angestellten eingesetzt wird. Ich finde das muss geändert werden denn ich gebe jedesmal wenn ich einen Plain habe oder sonst einen höheren Gewinn ein Trinkgeld meines Einsatzes auf die gefallene Zahl.

Fr, 01.06.2012 12:29 | Mathias Schmidt

Schweizer Phänomen

Möglich das dies in der Schweiz so gehandhabt wird. In den Casinos in Baden-Würtemberg, Baden-Baden, Konstanz, Stuttgart, wird das Trinkgeld nach wie vor dazu verwendet um die Angestellten zu bezahlen.

Mi, 30.05.2012 20:17 | Ex Mitarbeiter

Trinkgeld - Quartalsweise

Also, ich kann ihnen sagen, dass da Quartalsweise rund 800'00.- bis 860'000 CHF an Trinkgelder gesammelt werden. Ein normaler Arbeiter bekommt da alle 3 Monate gerade mal 500 - 600 CHF Bonus über. Das ist ein RIESSEN WITZ. Da man locker an EINEM Samstagabend ca. 400 - 600 CHF Trinkgeld macht.

Di, 29.05.2012 10:50 | Klaus-Peter Müller-Reinders

Trinkgeld wandert direkt in die Casino-Kasse. Null Vergessen?

Ihr Artikel zeigt auf, das die Trinkgeldgabe der direkten Subventionierung des Casinos dient. Die Majorität der Gäste glaubt aber Ihre „freiwillige“ Spende kommt vollumfänglich den Croupiers zugute.
Der Tronc ist ein Relikt aus dem vorvergangenem Jahrhundert des letzten Jahrtausends und gehört gesetzlich verboten. In Australien mit seinem großen Casinomarkt ist dies z.b. so.
Das ist aktiver Spielerschutz!

Wo gibt es das, dass ein Arbeitgeber seine Angestellten nicht entlohnt?

Das die Zuwendungen an den Tronc, entgegen der Intention, zweckentfremdet wird, sollte klar und deutlich im jeweiligen Casino bekannt gemacht werden. Das Geschenk an die Angestellten versickert in Kanälen die der Spieler nicht stützen möchte.

Hier wäre es schön gewesen wenn Ihr Artikel stringenter formuliert worden wäre. Meines Erachtens ist das Verhalten der Casinos zumindest eine juristische Grauzone hart am Betrugsvorwurf.

In vielen Casinos ist das Troncpressing legendär, permanentes nachfragen, vortäuschen als habe man den Gast akustisch nicht verstanden, wenn er „nur“ ein Stück gibt. Aufbauen sozialen Drucks bis hin zum mobbing ist durchaus nicht unüblich.

Laut meiner Internetrecherche hat das Casino Pfäffikon z.b. im Jahr 2009 ein Bruttospielertrag (BSE) von ca. 42 Millionen Franken erwirtschaftet . Ein Quartalstronc von 200.000 Franken ist da nicht vorstellbar hier hat der Verfasser eine Null vergessen!
Als Faustregel kann man ca. 15-20Prozent des BSE als Troncaufkommen ansetzen. So kommen im Quartal ca 2 Millionen zusammen.
Das sind große Beträge die, wenn das Casino die durchschnittliche Verlustrate eines Spielers beziffert, nicht genannt werden.
Das Geld im Tronc ist ja für den Spieler ebenfalls unwiderruflich weg!

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