Schwyz. - Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann nimmt in der Online-Ausgabe des «Tages-Anzeigers» die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Schwyz im 19. und 20. Jahrhundert unter die Lupe.
Straumann ist vor Beginn seiner historischen Untersuchung davon ausgegangen, dass der Kanton Schwyz das Zuger Modell imitiert hatte: Steuersenkungen für Holding- und gemischte Gesellschaften, zahlreiche Firmengründungen, dann Steuersenkungen für vermögende natürliche Personen.
«Völlig falsch. Am Anfang standen keine Steuersenkungen, sondern wachsende Pendlerströme zwischen Ausserschwyz und Zürich. Der Aufschwung fand völlig ungeplant statt», resümiert Straumann. Für die Ansiedlung von Pendlern seien mehrere Gründe wichtig: Nähe zu Zürich, Landreserven und niedrige Steuersätze wegen der konservativen Bevölkerung
«Dank der starken Zunahme von mittelständischen Familien verbesserten sich die Kantonsfinanzen. Dadurch gab es allmählich Spielraum für Steuersenkungen», erklärt der Wirtschaftshistoriker. Durch diese Steuersenkungen seien vermögende natürliche und juristische Personen angezogen worden, was dem Kanton Schwyz zusätzlichen Aufschwung und Geld brachte. (asz)
So kam der Kanton Schwyz zu seinem Reichtum
Der zitierte Beitrag von Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann basiert auf seinen Artikeln in der neuen Geschichte des Kantons Schwyz. Absolut lesenswert und interessant - Pflichtlektüre für alle Schwyzerinnen und Schwyzer (www.chronos-verlag.ch).