Schenkungen von Rolf Erb werden rückgängig gemacht

Der ehemalige Chef des Erb-Konzerns hat am Donnerstag eine Niederlage einstecken müssen: Rolf Erbs Last-Minute-Schenkungen an seine Zwillingssöhne werden rückgängig gemacht. Trotzdem muss er vorerst nicht aus dem Thurgauer Schloss Eugensberg ausziehen.

  • Rolf Erb beim Prozess im vergangenen März (Archiv).
    Fullscreen

Winterthur. – Das ergänzende Urteil des Winterthurer Bezirksgerichts vom Donnerstag ist ein Erfolg für die zahlreichen Gläubiger, die von Rolf Erb und der Hugo Erb AG um viel Geld geprellt wurden. Das Gericht entschied, dass die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Vermögenswerte in die Konkursmasse fliessen sollen. Sie kommen damit irgendwann den Geschädigten zugute.

Zu diesen Vermögenswerten gehören das Schloss Eugensberg im Kanton Thurgau inklusive Schlossinventar, eine Garage voller Oldtimer, Aktien, eine Immobilienfirma sowie zahlreiche Liegenschaften, darunter etwa das Hochhaus «Zentrum Töss» mit Hotelbetrieb in Winterthur.

Wie viel dieses Paket insgesamt wert ist, ist nicht abschliessend geklärt. Schloss Eugensberg alleine hat laut Staatsanwaltschaft einen Wert von 27 Millionen Franken, es wurde vor sieben Jahren von einer Konkursverwalterin aber gar auf 40 Millionen Franken geschätzt.

Rolf Erb hatte all diese Vermögenswerte im Frühling 2003 - gut ein Jahr vor seinem Privatkonkurs - an seine damals erst zehn Monate alten Zwillingssöhne verschenkt. Seine Partnerin erhielt das Schlossinventar im Wert von 1,4 Million Franken.

Ein im Jahr 1997 von Rolf Erb veröffentlichter Bildband über das Schloss aus dem 19. Jahrhundert zeigt goldene Wasserhähne in Marmorbädern und viele Antiquitäten. Erbaut wurde Eugensberg von Eugène de Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons.

Die Gläubiger warfen dem Unternehmer vor, er habe sie bewusst geschädigt, indem er sein Vermögen im letzten Moment ins Trockene gebracht habe. Das Gericht schloss sich dieser Meinung am 22. März an und verurteilte Erb unter anderem wegen Gläubigerschädigung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Dass die Schenkungen an die Zwillinge und die Lebenspartnerin nun rückgängig gemacht werden, basiert auf diesem Schuldspruch. Als weitere gute Neuigkeit für die Gläubiger entschied das Gericht, dass Erb den Geschädigten 215'000 Franken Prozessentschädigung zahlen muss.

Erb erschien am Donnerstag nicht persönlich vor Gericht sondern schickte lediglich seinen Anwalt. Dieser will den Entscheid nun analysieren und dann über einen allfälligen Weiterzug entscheiden. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 24.05.2012 17:25 Uhr
  • Webcode: 37271
  • Kommentare
Dieses Feld wird nicht veröffentlicht.

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

bote.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

  • Neuste Artikel
So, 26.05.2013 05:42 | 0 Kommentare

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann kontert die Kritik an der Menschenrechtssituation in China, die im Zusammenhang mit dem ausgehandelten Freihandelsabkommen aufgekommen ist. Es gebe Anzeichen dafür, dass China bereit sei, die Situation zu verbessern.

mehr...
So, 26.05.2013 04:57 | 0 Kommentare

Am Vorabend einer neuen Grossdemonstration gegen die kürzlich in Frankreich eingeführte Homo-Ehe sind in Paris 50 Menschen festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich Gegner der Homo-Ehe am Samstagabend auf dem Boulevard Champs-Elysées.

mehr...
So, 26.05.2013 04:52 | 0 Kommentare

Mit vielen internationalen Stars und einer spektakulären Show hat Wien seinen 21. Life Ball gefeiert. Das Charity-Event am Samstag vor und im Wiener Rathaus für den Kampf gegen Aids stand in diesem Jahr unter dem Motto «1001 Nacht».

mehr...
So, 26.05.2013 02:49 | 0 Kommentare

Während des «Tanz dich frei»-Umzugs durch die Berner Innenstadt ist es in der Nacht auf Sonntag zu Zusammenstössen zwischen schwarz Vermummten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte zum Schutz des Bundeshauses massiv Tränengas ein, wie ein sda-Reporter vor Ort berichtete.

mehr...
So, 26.05.2013 02:21 | 0 Kommentare

Fast sechs Wochen nach dem Attentat auf den Bostoner Marathonlauf sind Tausende Menschen am Samstag die letzten noch fehlenden Kilometer des damals abgebrochenen Wettlaufs gerannt. US-Medien zeigten Bilder einer grossen Läufergruppe, die drei US-Flaggen und eine chinesische Fahne in Erinnerung an die Opfer trug.

mehr...
Anzeige
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website