Glencore will Fusion mit Xstrata nicht um jeden Preis

Der weltgrösste Rohstoffkonzern Glencore hält trotz eines Gewinneinbruchs an der geplanten Übernahme des Bergbauriesen Xstrata fest. Er gab aber einen Warnschuss in Richtung Katar ab.

  • Glencore-Chef Ivan Glasenberg (Archiv).
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  • Der Hauptsitz von Glencore in Baar im Kanton Zug (Archiv).
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Baar ZG. – Der Zusammenschluss mit Xstrata sei für Glencore nicht zwingend erforderlich, betonte Konzernchef Ivan Glasenberg am Dienstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Den Preis-Nachforderungen des zweitgrössten Xstrata-Anteilseigners Katar erteilte er eine Absage: Der geforderte Aufschlag sei nicht nachvollziehbar.

Der Golfstaat, der rund 11,3 Prozent der Xstrata-Anteile hält, hatte Ende Juni eine Aufbesserung der Übernahmeofferte auf 3,25 Glencore-Aktien je Xstrata-Anteilsschein gefordert. Geplant waren 2,8 Papiere. Der Abstimmungstermin über die Fusion wurde daraufhin auf den 7. September verschoben.

Glasenberg warb für das Zustandekommen der bislang grössten Fusion der Branche. Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten habe das Gebot für Xstrata noch attraktiver werden lassen. Allerdings gelte für das 30-Milliarden-Dollar Geschäft nicht «jetzt oder nie». Ein Zusammenschluss sei auch in Zukunft noch interessant.

Sinkende Metallpreise und geringere Preisdifferenzen im globalen Handel mit Öl und Kohle liessen Glencores Gewinn in den ersten sechs Monaten 2012 um 26 Prozent auf 1,81 Mrd. Dollar einbrechen.

Stark entwickelt haben sich hingegen die Geschäfte mit Metallen und Mineralien sowie Landwirtschaftsprodukten, wie das in Baar ZG ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Konzernumsatz weitete sich um 17 Prozent auf 108 Mrd. Dollar aus. Stark ausgefallen sei das Finanzergebnis. Die Vermarktung habe sich solid entwickelt, hiess es weiter.

Glasenberg verwies darauf, dass der Gewinn gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2011 um 12 Prozent gestiegen sei. Im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld sei das Ergebnis eine gute Leistung. Die Analysten hatten einen tieferen Gewinn erwartet, im Schnitt waren sie von 1,6 Mrd. Dollar ausgegangen.

Der Ausblick des Konzerns für das Gesamtjahr 2012 fällt verhalten aus. Glasenberg rechnet in der näheren Zukunft keine wesentliche Verbesserung des Gesamtmarkts oder der wirtschaftlichen Bedingungen.

Die im März angekündigte Übernahme des kanadischen Getreidekonzerns Viterra ergänzte das Agrargeschäft von Glencore «in einer Zeit, in der die Fundamentaldaten der Branche so positiv sind wie seit einiger Zeit nicht mehr». Denn wegen der Dürre in den USA sind beispielsweise die Weizenpreise deutlich gestiegen.

Auch Xstrata als einem der weltweit grössten Produzenten von Kraftwerkskohle und Kupfer hatten zuletzt sinkende Preise und hohe Kosten zu schaffen gemacht und im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang um ein Drittel auf 2,02 Mrd. Dollar eingebrockt. Der Umsatz schrumpfte um 7 Prozent auf 15,55 Mrd. Dollar. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 21.08.2012 15:45 Uhr
  • Webcode: 45025
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