Unihockey. – Ein Jahr nach den Männern wenden auch die Frauen den neuen Modus mit 16 statt acht teilnehmenden Nationen an. Bundesrat Ueli Maurer wird die Titelkämpfe in St. Gallen eröffnen. Und weil bei den Frauen die Zweiklassengesellschaft noch ausgeprägter ist als bei den Männern, geht es für die Spitzenteams in der ersten Phase der WM vor allem darum, sich schadlos zu halten. Titelanwärter Nummer 1 ist Schweden, gefolgt von der Schweiz und Finnland.
Die Auslosung bescherte den Schweizerinnen Schweden als designierten Halbfinal-Gegner. Der Weg in den Final dürfte damit für die Schweizerinnen wesentlich schwieriger sein als vor zwei Jahren in Västeras (Schweden), als sie erst im Endspiel auf die grossen Favoritinnen trafen (2:6).
Vorrunde als Pflichtprogramm
Obwohl sich die Schweizerinnen mit dem Titelgewinn die Messlatte hoch legten, steht für Nationaltrainer Felix Coray der Weg zum Ziel im Zentrum. «Für mich steht nicht der 'Titelgewinn' alleine im Vordergrund. Entscheidend ist, was im Verlauf des Turniers dafür getan wird. Auf diesem holprigen Weg geht das Team durch Hochs und Tiefs, und es hat sich während dieses Prozesses zu steigern. Das Ziel dieses Weges sollte die Krönung sein, das heisst der WM-Final und der Gewinn der Goldmedaille.»
Um in die Medaillenränge vorzustossen, müssen die Schweizerinnen aber zuerst die Vorrunde in der Gruppe A und die Viertelfinals überstehen. Die Gruppenphase gehört für das Team von Coray zum Pflichtprogramm, (hohe) Siege gegen Russland, Holland (am Montag) und Polen (am Mittwoch) dürfen vorausgesetzt werden. In den Viertelfinals trifft die Schweiz nach Papierform am Donnerstag auf den Zweiten der Gruppe B, vermutlich Lettland oder Deutschland. Die Schweizerinnen tragen alle Spiele im Athletik-Zentrum aus, wo am 10./11. Dezember auch die Finalspiele stattfinden. Als Zweithalle in St. Gallen dient die Kreuzbleiche.
Sechs Weltmeisterinnen dabei
«Langzeittrainer» Coray und sein Assistent Marco Moser nominierten einen Mix aus erfahrenen und jungen Spielerinnen. Sechs der 20 Akteurinnen standen bereits beim Gewinn des WM-Titels vor sechs Jahren im Aufgebot, drei davon (Mirca Anderegg, Natalie Stadelmann und Simone Berner) fehlten nur 1997 bei der ersten Frauen-WM. Auf der anderen Seite stehen sechs Neulinge im Kader. (si)
St. Gallen. Frauen-WM (4. bis 11. Dezember). Gruppe A: Schweiz, Russland, Polen, Holland. – Gruppe B: Finnland, Lettland, Deutschland, Australien. – Gruppe C: Tschechien, Norwegen, Ungarn, Slowakei. – Gruppe D: Schweden, Dänemark, USA, Japan.
Spielplan. Vorrunde. Gruppe A. Sonntag, 4. Dezember: Holland - Polen (13.30 Uhr, Kreuzbleiche) und Schweiz - Russland (15.30 Uhr, Athletik-Zentrum). – Montag, 5. Dezember: Polen - Russland (13.30 Uhr, Kreuzbleiche) und Schweiz - Holland (19.30 Uhr, Athletik-Zentrum). – Mittwoch, 7. Dezember: Schweiz - Polen (19.30 Uhr, Athletik-Zentrum) und Russland - Holland (19.30 Uhr, Kreuzbleiche).
Finalspiele. Donnerstag, 8. Dezember: Klassierungsspiele und 2 Viertelfinals (mit Schweiz: 19.30 Uhr, Athletik-Zentrum). – Freitag, 9. Dezember: Klassierungsspiele und 2 Viertelfinals. – Samstag, 10. Dezember: Klassierungsspiele und Halbfinals (16.10/19.10 Uhr, Athletik-Zentrum). – Sonntag, 11. Dezember: Um Rang 5 (9.00 Uhr), um Rang 3 (12.00 Uhr) und Final (15.00 Uhr, alle Athletik-Zentrum).
Schweizer Aufgebot (20). – Tor (2): Helen Bircher (Klub: Zug/Alter: 21-jährig/Anzahl Länderspiele: 17), Heidi Jud (Dürnten-Bubikon-Rüti/27/3). – Verteidigung (8): Sabrina Arpagaus (Piranha Chur/30/58), Simone Berner (Dietlikon/31/115), Ramona Gabathuler (Piranha Chur/25/57), Andrea Hofstetter (Red Ants Winterthur/27/68), Flurina Marti (Piranha Chur/20/10), Silvana Nötzli (Mora/Sd/22/36), Marion Rittmeyer (Dietlikon/27/58), Christine Zimmermann (Dietlikon/21/32). – Sturm (10): Mirca Anderegg (Piranha Chur/30/100), Nina Bärtschi (Dietlikon18/11), Corin Rüttimann (Piranha Chur/19/32), Natalie Stadelmann (Mora/32/118), Tanja Stella (Endre/Sd/23/32), Daniela Stettler (Red Ants Winterthur/26/67), Julia Suter (Dietlikon/21/34), Michelle Wiki (Dietlikon/22/33), Violetta Vögeli (Dietlikon/28/33), Priska von Rickenbach (Zug/24/27).
Trainer: Felix Coray. – Assistent: Marco Moser.