Rapperswil-Jona. – «Wir denken anders», das teilen 40 Seelsorger aus den beiden Dekanaten Uznach und Sargans in einem offenen Brief mit. Verantwortlich für die grosse Aufregung bei ihnen ist der diesjährige Churer Hirtenbrief.
Darin erinnert Bischof Huonder, dass Wiederverheiratete und Geschiedene nicht zu den heiligen Sakramenten zugelassen seien. Denn diese leben gemäss der Kirchenlehre in Sünde. «Das ist weltfremd», finden die Joner Seelsorger Esther Rüthemann und Robert Schätzle.
Bei einer kürzlichen Fortbildung der Seelsorger hätten sich deshalb beide Dekanate dazu entschlossen, eine Stellungsnahme zu unterzeichnen. «Wir werden auch in Zukunft keine Unterschiede machen bei der Austeilung der heiligen Kommunion», sagt Rüthemann.
Viele Gläubige sind enttäuscht
Die Worte von Bischof Huonder hätten viele Gläubige sehr verletzt: «Einige der Gemeinde sind deswegen sogar aus der Kirche ausgetreten, weil ihnen dies so nahe gegangen ist», sagt Schätzle.
Ebenso hätten sich etliche Seelsorger des Bistum Churs geweigert den Hirtenbrief vorzulesen. «Mit der Stellungnahme wollen wir unsere Kollegen in Chur unterstützen», meint Rüthemann. (nb)
Das ist schismatisch
Ob weltfremd oder nicht, dass ich die Lehre der katholischen Kirche und der Bibel. Es geht hier nicht um persönliche Empfindungen oder Meinungen. Die Heilige Kommunion an Wiederverheiratete auszuteilen ist für den Kommunionhelfer legitim, aber der Wiederverheiratete der die Kommunion empfängt muss mit dem Wissen leben dies in Sünde getan zu haben. Wenn wir alles so auslegen können wie wir wollen, warum hat Gott uns die zehn Gebote gegeben.
Matthäus 19, 3-12:
"3 Da kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen?
4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat
5 und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?
6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
7 Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?
8 Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so.
9 Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.
10 Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.
11 Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist.
12 Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es. "
Sieh auch im Kompendium des Katechismus der katholischen Kirche 337-350. Dort steht eindeutig: "In Treue zum Herrn kann die Kirche die Verbindung der zivil wiederverheirateten Geschiedenen nicht als Ehe anerkennen. „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet“ (Mk 10, 11–12). Die Kirche schenkt diesen Menschen aufmerksame Zuwendung und lädt sie zu einem Leben aus dem Glauben, zum Gebet, zu Werken der Nächstenliebe und zur christlichen Erziehung der Kinder ein. Doch solange diese Situation fortdauert, die dem Gesetz Gottes objektiv widerspricht, können sie nicht die sakramentale Lossprechung empfangen, nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten und gewisse kirchliche Aufgaben nicht ausüben."
Ausserdem wer sich gegen den Bischof stellt, stellt sich gegen die Kirche. Er ist der Nachfolger der Apostel. Wer in der katholischen Kirche nicht nach dem Katchismus der katholischen Kirche leben möchte oder wenigstens versuchen möchte danach zu leben, der ist vielleicht in einer anderen Kirche, in der das alles möglich ist, besser aufgehoben.
Ich danke Gott, dass er Bischof Hounder in den dienst der Kirche gestellt hat. Allen wünsche ich ein gesegnetes Pfingstfest und die Gnaden des heiligen Geistes. Gottes Segen
REGIONALE SEELSORGER WEHREN SICH
Noch eine andere, zynische Variante:
Im Vatican-Magazin 02/2011 hat der Kapuzinerpater Nüßlein aus Clemenswerth (in D) gefordert, Geschiedene und Wiederverheiratete sollten zu Beginn des Gottesdienstes vor der versammelten Gemeinde vor den Altar treten, öffentlich bekennen, in Sünde zu leben und ihre Umkehr bekennen. Vielleicht könne man ihnen ja dann die Kommunion gewähren. Wenn nicht - weil schließlich aus solchen sündigen Verbindungen auch schon mal Kinder entstanden seien und man sich gar nicht trennen könne, müßten sie den Ausschluß aus der Kommunion eben als persönliches Martyrium ertragen.
Hiermit unterstütze ich ausdrücklich die Haltung der Seelsorger, die sich gegen die Anordnung des Bischofs Huonder wehren, und bekunde meine Solidarität.
Gottes Wege sind oft unergründlich. Die ergründlichen hat er uns in der Hl. Schrift mitgeteilt. Darin heißt es: "Nur einer sei eurer Meister"/ "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen"/ "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer"/ "Ihr sollt nicht sein wie diese..."/ "Wer unter euch der erste sein will, sei eurer Diener"/ "auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen, denn nur einer ist eurer Vater, der im Himmel" - usw., usw.