Pro Idioms blickt auf Erfolgsjahr zurück

Trotz grosser Erfolge im Gründungsjahr, will die Pro Idioms weiterkämpfen. Dies kommunizierte Präsident Domenic Toutsch an der ersten Generalversammlung in Zernez.

Zernez. – 1500 Mitglieder hat die Pro Idioms im gesamten romanischen Teil Graubündens. An der Generalversammlung vom Mittwochabend in Zernez war zwar nur ein Bruchteil davon anwesend, doch mit rund 130 Personen war die Veranstaltung doch sehr gut besucht. Präsident der Pro Idioms Engiadina, Domenic Toutsch, konnte dem Publikum ein positives Jahresergebnis vorstellen.

Am 14. Januar 2011 wurde die Gruppierung mit dem Ziel gegründet, auch künftig Lehrmittel im Idiom zu erhalten. Die Lobby-Arbeit der Rumantsch Grischun Gegner hat offenbar gefruchtet. Am vergangenen Dienstag sprach der Grosse Rat an der Landtagung in Samnaun 2,5 Millionen Franken für die Produktion von Lehrmitteln in den Idiomen aus. (Ausgabe vom Mittwoch). «Das Mathematikbuch für die erste Klasse haben wir letztes Jahr auf eigene Faust und ohne Bewilligung übersetzt, mittlerweile wurde das Lehrmittel vom Kanton abgekauft», freut sich Toutsch.

Politischer Druck durch Vereinigung

Als «Volksaufstand» bezeichnet Toutsch die Bewegung von Pro Idioms. Gemeinsam mit Gleichgesinnten in der Surselva sei es gelungen, politischen Druck auszuüben und die erwünschten Resultate zu erreichen, meinte der Präsident gestern auf Anfrage.Allein in der Surselva seien in den letzten Monaten 16 Initiativen zur Rückkehr zum Idiom in den Schulen lanciert worden, 13 davon waren erfolgreich. Auch sei aufgrund des Engagements von Pro Idioms das Koexistenzmodell von der Regierung akzeptiert worden.

Von einem Erfolg auf der ganzen Linie möchte Toutsch aber nicht sprechen. «Noch besteht die Gefahr einer kantonalen Initiative», sagte er. Diese wurde kürzlich von Befürwortern von Rumantsch Grischun in der Schule lanciert, welche auf die Weiterführung der Standardsprache als Alfabetisierungssprache besteht. Gegen diese Initiative will Pro Idioms kämpfen. Weiter will die Gruppierung sicherstellen, dass das Koexistenzmodell umgesetzt wird. Und schliesslich setzen sich Toutsch und seine Mitstreiter dafür ein, dass in Gemeinden wie die Val Müstair alle Kinder wieder zum Idiom zurückkehren können. Gemäss Regierungsdekret gilt bisher, dass diejenigen Schüler, die bereits auf Rumantsch Grischun alfabetisiert wurden, dies bis zum obligatorischen Schulabschluss durchziehen müssen. Eine Verfassungsbeschwerde von betroffenen Eltern wurde vom Verwaltungsgericht abgelehnt. (fh)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 14.06.2012 17:45 Uhr
  • Webcode: 39154
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