Keine FN-Minister in Sarkozys Regierung

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will in seinem Werben um Wähler der Rechtsextremen nicht so weit gehen, Absprachen mit der Partei Front National (FN) zu treffen. Es werde im Falle seines Wahlsieges auch keine FN-Minister in der künftigen Regierung geben.

  • Präsident Nicolas Sarkozy will keine FN-Minister in seiner Regierung (Archiv).
    Fullscreen

Paris. – Dies sagte Sarkozy am Mittwoch dem Radiosender France Info. «Ein Abkommen mit der FN wird es nicht geben, Minister der Front National wird es nicht geben», versicherte Sarkozy.

Das habe er nie gewollt, «denn wir haben Punkte, in denen wir nicht einer Meinung sind». Dennoch müsse er das Votum für die Rechtsextremen zur Kenntnis nehmen, die Wähler dürften nicht «verteufelt» werden. Die FN-Kandidatin Marine Le Pen hatte in der ersten Wahlrunde am Sonntag fast 18 Prozent der Stimmen erhalten.

Nach einer aktuellen Umfrage des französischen Wirtschaftsblattes «Les Echos» befürworten mehr als 60 Prozent der Wähler Sarkozys eine Allianz mit den Rechtsextremen: Sie wollen eine Zusammenarbeit mit der FN, um eine rechts-konservative Regierung zu bilden.

Auch der sozialistische Kandidat François Hollande betonte, er habe den Rechtsextremen «nichts zu geben». Gleichzeitig widersprach er am Mittwoch in einem Interview mit der Zeitung «Midi Libre» dem sozialistischen Parteisprecher Benoît Hamon.

Dieser bezeichnete am Dienstag einen «grossen Teil» der FN-Wähler als «ausländerfeindlich». Eine solche Gruppe gebe es, sagte Hollande. Sie stelle aber nur einen Teil der Partei, «keinen grossen Teil».

Es gehe ihm nicht um die FN, sondern um deren Wähler, sagte Hollande weiter. «Ein Teil dieser Wähler muss dazu aufgefordert werden, sich hinter ein Projekt zu stellen, das ihnen wieder Vertrauen gibt.»

Gleichzeitig blieb Hollande bei seiner Ankündigung, im Fall seiner Wahl für Ausländer das Wahlrecht auf Gemeindeebene einzuführen. Eine entsprechende Reform solle schon im kommenden Jahr in die Wege geleitet werden, kündigte der Kandidat im Fernsehen an.

Die umworbene FN selbst scheint auf eine Niederlage Sarkozys bei der Stichwahl am 6. Mai und eine anschliessende Krise der Konservativen zu spekulieren. Dann könnte sich die FN bei der Parlamentswahl im Juni als einzige rechts-konservative Alternative positionieren.

Derzeit stellt die FN keinen Abgeordneten in der Nationalversammlung, sie macht sich nach dem guten Ergebnis der ersten Runde der Präsidentschaftswahl aber Hoffnungen auf den Wiedereinzug ins Parlament. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 25.04.2012 17:22 Uhr
  • Webcode: 34195
  • Kommentare
Dieses Feld wird nicht veröffentlicht.

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

bote.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

  • Neuste Artikel
Sa, 25.05.2013 10:53 | 0 Kommentare

Der HC Lausanne rüstet sich für die kommende Saison. Von den GCK Lions stossen die beiden Schweizer Tim Ulmann (25) und Daniel Eigenmann (21) für die nächsten zwei Jahre zum NLA-Aufsteiger.

mehr...
Sa, 25.05.2013 10:37 | 0 Kommentare

Die für die Jahreszeit viel zu tiefen Temperaturen halten an: Am Samstagmorgen ist an einigen Wetterstationen im Flachland sogar Bodenfrost verzeichnet worden. In leicht erhöhten Lagen sank das Quecksilber auch zwei Meter über dem Boden ins Minus.

mehr...
Sa, 25.05.2013 10:35 | 0 Kommentare

Peter Conradin Zumthor ist der Sohn des bekannten Bündner Architekten Peter Zumthor. Der 34-jährige Haldensteiner hat die Kreativität seines Vaters geerbt. Diese lebt er in der Musik aus. Pez Zumthor, wie er sich selbst nennt, ist ein begnadeter Schlagzeuger und steht auf internationalen Bühnen. Am Sonntag ist er Gast bei Radio Grischal.

mehr...
Sa, 25.05.2013 10:16 | 0 Kommentare

Bei der Explosion eines Schulbusses in Pakistan sind mindestens 16 Schüler und ein Lehrer ums Leben gekommen. Eine Gasflasche war am Samstagmorgen explodiert, als der mit Gas angetriebene Bus die Schüler in eine Privatschule brachte.

mehr...
Sa, 25.05.2013 10:11 | 0 Kommentare

Am Freitagnachmittag hat sich auf einer Baustelle in Silvaplana ein Arbeitsunfall ereignet. Ein 55-jähriger Arbeiter stürzte aus einer Höhe von rund zweieinhalb Metern auf eine Betonplatte und verstarb.

mehr...
Anzeige
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website