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45 000 Gäste am Trachten-Umzug

Am Fusse der Mythen auf dem Hauptplatz wurde das Brauchtum gefeiert.
Am Fusse der Mythen auf dem Hauptplatz wurde das Brauchtum gefeiert.
Mit einem farbenfrohen Umzug hat am Sonntagnachmittag in Schwyz das Eidgenössische Trachtenfest 2010 seinen Höhepunkt erreicht. Allein zum Umzug strömten rund 45 000 Liebhaberinnen und Liebhaber des Brauchtums in den Schwyzer Hauptort.

Schwyz. – Der lange, 50 Nummern umfassende Umzug startete nicht mit Trachten, sondern mit zum Alpaufzug geschmückten Kühen. Dann folgten, unterstützt von Fahnenschwingern und Musikgruppen, Trachtenformationen aus allen Kantonen und zeigten die ganze Vielfalt dieser Volkskultur. Teilweise führten die Gruppen aufwändig gestaltete Wagen mit, die aus Willisau LU etwa ein Pfahlbauerhaus. Die Genfer zeigten sich mit ausländischen Trachten international, bei den Freiburgern kontrastierte die städtische Kleidung mit der der bärtigen Greyerzer. Über das ganze dreitägige Fest zählten die Veranstalter total 75 000 Besucherinnen und Besucher. Erwartet worden waren 50 000 bis 80 000 Personen.

Überschaubarer Grossanlass

Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein ländlicher Ort wie Schwyz das nur alle zwölf Jahre stattfindende Eidgenössische ausrichten konnte. Schwyz zählt 15 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die letzten Austragungsorte waren die Grossstädte Bern und Genf. Für das Trachtenfest war der intime Charakter des Fleckens jedoch kein Nachteil. Ein «Trachtenweg» mit Markt- und Verpflegungsständen führte vom Forum der Schweizer Geschichte zur historischen Ital- Reding Hofstatt und dann an Wiesen vorbei zu dem höher gelegenen Kollegium.

Gemeinsinn und Individualität

Die Vielfalt der Trachtenkultur war ein zentrales Thema am Festakt, der am Sonntagmorgen auf dem Hauptplatz stattfand. Die Trachtenkultur mache die Wurzeln sichtbar, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard. Die Aargauerin war in einer Freiämter Tracht nach Schwyz gekommen. Mit dem Brauchtum würden auch Werte gepflegt, auf denen die Schweiz mit ihren vielfältigen Kulturen aufbaue.

Ein Kränzchen gewunden

Die Bundespräsidentin wand den Trachtenleuten auch ein Kränzchen. Ihr Antrieb sei bei der Pflege ihres Brauchtums die Freude und nicht der persönliche Profit. Gäbe es mehr solche Menschen in den Chefetagen oder in Bundesbern, würde sich manches Problem rascher und mit weniger Gepolter lösen, sagte sie unter Applaus. (sda)

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