Kantonsspital Nidwalden will dank Komfort mehr Privatversicherte

STANS ⋅ Das Kantonsspital Nidwalden (KSNW) hat bei Privatkliniken abgeschaut: Ab August bietet es Privatpatienten «exklusive Suiten» an. Auch Halbprivatversicherte kommen in Stans in den Genuss von mehr Komfort. Ziel ist es, mit Patienten dieser Kategorien mehr zu verdienen.

02. Mai 2018, 10:23

50 bis 55 Quadratmeter, Holzböden, separate Lounge oder Arbeitsecke mit schwarzem Mobiliar: Nach sterilem Spitalzimmer sehen die neun Suiten nicht aus, die das KSNW am Mittwoch den Medien präsentierte. Der vierte Stock ist bereits seit der Teilmodernisierung im Jahr 2011 die Privatstation des KSNW. Eine Renovation der restlichen Zimmer sei notwendig geworden, heisst es beim Spital auf Nachfrage.

Mit dem Bau von zusätzlichen vier Suiten habe man einen höheren Ausbaustandard gewählt und komme damit der Nachfrage der Zusatzversicherten nach. Der Umbau kostete rund eine halbe Million Franken.

Neben mehr Platz und höherem Wohnkomfort sorgen laut dem Spital die klassischen Hotellerie-Angebote für einen angenehmen Aufenthalt. Dazu gehören Willkommensgeschenk, ein Wellness-Paket für das Bad und Tageszeitungen sowie ein Platz in der Tiefgarage. Ein Angehöriger kann zudem kostenfrei im Zimmer übernachten und erhält auch noch Frühstück.

Wirtschaftlichkeit verbessern

Für Halbprivatversicherte stehen neu 14 Einzelzimmer zur Verfügung. Dieses Angebot habe kein anderes Spital in der Zentralschweiz. Bei Geburten erhalten Mütter ein Einzelzimmer - unabhängig von der Versicherungsklasse. Väter können immer im Zimmer übernachten, müssen aber einen Aufpreis bezahlen, sofern sie nicht privatversichert sind.

«Wir wollen mehr Halbprivatversicherte und Privatversicherte, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern», begründete eine Spitalsprecherin die Massnahmen. Das KSNW verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 einen «ansehnlichen Anteil» von Zusatzversicherten. Allerdings sank die Ebitda-Marge, die wichtige Wirtschaftlichkeitskennzahl für Spitäler, von 11,3 auf noch 10,8 Prozent.

Spitaldirektor Urs Baumberger hielt fest, dass Patienten und Zuweiser ein Spital hauptsächlich nach Qualität der medizinischen Versorgung auswählen würden. Dank des Spitalverbunds Luzern/Nidwalden (LUNIS) könne man als kleines Spital vom grossen Luzerner Kantonsspital profitieren.

sda


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