Luzerner Stadtrat will sich endgültig von der Spange Nord verabschieden

VERKEHR ⋅ Die geplante Nord-Zufahrt zur A2 hat in der Stadt Luzern einen schweren Stand. Aus der Skepsis des Stadtrats ist jetzt ein klares Nein geworden.

16. April 2018, 13:05

Der Bund will die Luzerner Autobahn-Umfahrung Bypass vorantreiben. Schon 2025 soll mit dem Bau begonnen werden. Das Vorhaben ist kaum umstritten - auch der Luzerner Stadtrat begrüsst das Milliardenbauwerk. Ganz anders sieht es bei der Spange Nord aus, dem geplanten Zubringer zur A2, der gleichzeitig mit dem Bypass realisiert werden soll. Der Stadtrat lehnte die Spange in der vorgesehenen Form stets ab. Dies mit der Begründung, sie sei nicht quartierverträglich. Tatsächlich soll im Zuge der Spange Nord die Friedentalstrasse zwischen Schlossberg und Lochhof auf bis zu vier Spuren ausgebaut werden.

Zum Projekt gehört auch eine neue Brücke über die Reuss, welche eine direkte Verbindung nach Reussbühl schafft. Insbesondere diese Brücke war dem Stadtrat ein Dorn im Auge - er sah sie als überflüssig an. Zudem forderte er, den Spurausbau auf der Friedentalstrasse zu überdenken. Doch jetzt ist klar, was sich schon länger abzeichnete: Die Vorstellungen der Stadt sind nicht mit den Plänen des Kantons vereinbar, der die Spange Nord projektieren und bauen soll. Versuche, einen Kompromiss zu finden, scheiterten offenbar.

Deshalb spricht sich der Luzerner Stadtrat jetzt gegen die Spange auf und fordert einen Verzicht auf den Autobahnzubringer. Der Eingriff in die Wohnquartiere im Friedental stelle einen zu hohen Preis für die Stadtbevölkerung dar, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Auch der Bewegungsraum für die Schüler des Schulhauses Maihof würde zu stark eingeschränkt, da die Spange einen Teil des Schulhausplatzes tangieren würde.

Der Stadtrat argumentiert aber nicht nur mit der Wohnqualität. Er glaubt auch nicht an die massive Verkehrsentlastung der Innenstadt, welche die Spange Nord eigentlich erzeugen soll. Schliesslich sei der Verkehr in der Innenstadt schon seit Jahren rückläufig - dies vorallem dank der Massnahmen aus der städtischen Mobilitätsstrategie. Auch die durchgehende Busspur zwischen Kupferhammer und Luzernerhof, die der Kanton der Stadt im Zuge der Spange Nord versprochen hat, bringe gar nicht so viel. Denn auch wenn die Busse etwas schneller voran kommen, so bleibe doch die Trennwirkung der Hauptachse für Fussgänger bestehen.

Gleichzeitig wiederholt der Luzerner Stadtrat sein Bekenntnis zum Bypass. Die Autobahnumfahrung zwischen Rotsee und Kriens verbessere die Erreichbarkeit der ganzen Agglomeration. Der mit dem Bypass geplante Dreispur-Ausbau der A14 sei zudem ein wichtiges Mittel gegen die häufigen Staus vor Luzern.

pd/rk


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