Schliessungs-Pläne der Post bleiben politisch umstritten

STADT LUZERN ⋅ Die Luzerner Stadtregierung hat keine grundsätzlichen Einwände gegen den Plan der Post, Poststellen in Agenturen umzuwandeln. Sie erntet dafür Kritik von der SP.

14. Februar 2017, 16:05

Die Post hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass sie bis 2020 vier klassische Poststellen in Luzern schliessen will. Diejenigen im Würzenbach, Reussbühl und Bruchquartier sollen in Agenturen umgewandelt werden, die im Schönbühl soll durch einen Hausservice ersetzt werden. Ferner wurde bekannt, dass die Filiale an der Zürichstrasse künftig von Lehrlingen betrieben werden soll.

Der Stadtrat musste zu diesen Veränderungen Stellung nehmen, weil die FDP und SP im Grossen Stadtrat dazu Vorstösse eingereicht haben. Seine Reaktion fällt gelassen aus. Die Strategie der Post sei nachvollziehbar und grundsätzlich vertretbar, teilte er am Dienstag mit.

Längere Öffnungszeiten

Der Stadtrat weist darauf hin, dass die Gesamtzahl der Zugangsmöglichkeiten zu Postdienstleistungen mindestens gleich bleiben sollte. Die Dienstleistungen könnten somit weiterhin flächendeckend angeboten werden. Die Stadtregierung sieht sogar Vorteile, die die Veränderungen bringen könnten. Die Postagenturen seien in der Regel länger geöffnet als die traditionellen Poststellen, etwa am Mittag.

Wichtig ist für den Stadtrat, dass die Post nicht nur auf neue, sondern auch auf traditionelle Kundenbedürfnisse eingeht. Dazu gehören für ihn Einzahlungen am Schalter, die auf beiden Seiten des Sees respektive der Reuss angeboten werden müssten.

Zentral sei für ihn, dass die postalischen Dienstleistungen gut und kundennah erbracht würden, teilte der Stadtrat mit. Die Geschäftsform der Postfilialen erscheine ihm weniger relevant. Gegen ersatzlose Schliessungen würde er sich aber vehement einsetzen.

SP sieht Dienstleistungsqualität gefährdet

Für die SP ist die Haltung des Stadtrates zaghaft und naiv, wie sie mitteilte. Die Partei kritisiert, dass die Regierung die Schliessung von Poststellen gutheisse und sich nicht gegen Agenturlösungen ausspreche.

Die SP wirft dem Stadtrat vor, sich nicht ausreichend mit den Unterschieden zwischen Poststellen und Postagenturen auseinandergesetzt zu haben. Der Dienstleistungsabbau sei bei einem Wechsel von einer Poststelle zu einer Agentur beträchtlich. So könnten Geschäftskunden keinen Münzwechsel mehr machen und Privatpersonen keine Bareinzahlungen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sei eine quartiernahe Post wichtig.

Nun brauche es den Widerstand der Bevölkerung, fordert die SP. Sie ruft diese auf, eine Petition zum Erhalt der Poststellen Würzenbach, Reussbühl, Bruchquartier und Schönbühl zu unterzeichnen.

Setzt die Post alle ihre Ideen in Luzern um, so wird es ab 2020 auf dem Stadtgebiet fünf Poststellen, fünf Agenturen, zwei Geschäftskundenstellen, zwei bis drei Automatenpostangebote ("My-Post-24") und einen Hausservice geben. (sda)


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