Rekordbeschäftigung trotz Brexit-Sorgen

ARBEITSMARKT ⋅ Trotz der Verunsicherung durch den anstehenden Brexit ist die Arbeitslosigkeit in Grossbritannien auf das niedrigste Niveau seit mehr als 40 Jahren gefallen. Die Quote sank von Mai bis Juli um einen Tick auf 4,3 Prozent.

13. September 2017, 12:20

Dies teilte das Statistikamt am Mittwoch in London mit. Das ist das niedrigste Niveau seit 1975. Die Zahl der Erwerbstätigen legte um 181'000 auf die Rekordzahl von 32,136 Millionen Menschen zu.

Allerdings schrumpfen die Reallöhne angesichts der steigenden Inflation. Sie gaben um 0,4 Prozent nach. Zwar stiegen die Löhne um durchschnittlich 2,1 Prozent, doch frass die höhere Inflation diese Zuschläge auf.

Die Teuerungsrate kratzt mittlerweile an der Drei-Prozent-Marke. Ein Grund dafür ist das schwache Pfund, das nach dem Brexit-Votum vom Sommer 2016 kräftig Federn lassen musste. Für Einfuhrprodukte wie etwa Textilien oder Öl müssen die Briten daher tiefer in die Tasche greifen.

Konsumenten sind zurückhaltend

Die Folgen des Brexit-Votums trüben so die Kauflaune der Bürger und erweisen sich als Bremsklotz für die Wirtschaft. Das Bruttoinlandprodukt wuchs zwischen April und Juni lediglich um 0,3 Prozent. Neben der Zurückhaltung der Konsumenten trugen auch stagnierende Investitionen der Firmen und eine Flaute am Bau zur flauen Konjunktur bei.

Die Bank of England, die am Donnerstag ihren Zinsentscheid bekanntgibt, verfolgt die konjunkturellen Auswirkungen der steigenden Preise mit Sorge. Sie strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Diese gilt als ideal für die Konjunkturentwicklung.

Der Leitzins liegt auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Angesichts der holprig verlaufenden britischen Austrittsgespräche mit der EU dürften die Währungshüter nach Ansicht vieler Experten zunächst geldpolitisch auf Sicht fahren und den Zins konstant halten. (sda/reu)


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