Schindler erhöht Tempo und Dividende

EBIKON ⋅ Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler legt überzeugende Zahlen vor. Das Unternehmen mit Sitz in Ebikon erhöht die Dividende und schüttet gleichzeitig einen ausserordentlichen Zustupf aus.

Aktualisiert: 
15.02.2017, 09:00
15. Februar 2017, 07:11

Von Jahresergebnis zu Jahresergebnis zeigt sich, dass sich die Investitionen, die Schindler im asiatischen Raum getätigt hat, auszahlen. In einem schrumpfenden Weltmarkt – die Zahl der neu installierten Lifte ging 2016 von 803'000 auf 770'000 Stück zurück – konnte Schindler sowohl Umsatz wie auch Auftragseingang steigern. Der Auftragseingang übertraf dabei erstmals in der Geschichte des Unternehmens in Lokalwährungen die 10 Milliarden-Grenze. Selbst in China konnte Schindler mehr absetzen, obwohl im grössten Liftmarkt das Volumen um 6 bis 7 Prozent zurückging.

Und es ist absehbar, dass Schindler in Asien noch weiter Fahrt aufnehmen wird: In China hat das Unternehmen den neuen Campus in der Nähe von Shanghai fertiggestellt. Auf einer Fläche, die 45 Fussballfeldern entspricht, arbeiten dort rund 2000 Angestellte – der grösste Standort der Gruppe weltweit.

Doch nicht nur die Neuinstallationen machen Schindler Freude. Auch das Service- und Modernisierungsgeschäft hat zugelegt. Während es in Asien aufgrund der hohen Zahl an Neuinstallationen von Jahr zu Jahr anwächst, spürt das Unternehmen, dass insbesondere in Europa und in Nordamerika eine grosse Zahl an Lift- und Rolltreppenanlagen ins Alter gekommen sind. Service- und Modernisierungsaufträge haben in diesen beiden Märkten ein sehr hohes Niveau erreicht.

Einer der grössten Aufträge der Firmengeschichte

Hinzu kommt eine stattliche Anzahl an Grossaufträgen. Mit der Gesamterneuerung des Verkehrssystems der US-Grossstadt Atlanta beispielsweise hat Schindler einen der grössten Aufträge der Firmengeschichte an Land gezogen. Der Vertrag, der über zehn Jahre läuft, umfasst die Modernisierung und den Unterhalt von 109 Aufzügen und 116 Fahrtreppen in 38 Bahnstationen.

Wichtig für Schindler ist auch die Steigerung der Profitabilität. Der Konzerngewinn verbesserte sich um 10,2 Prozent auf 823 Millionen Franken. Die operative Marge fiel mit 11,5 Prozent höher aus als erwartet. Damit kann Schindler den Rückstand auf die Konkurrenz etwas verkleinern. Nach wie vor weist die Hauptkonkurrenz, namentlich die finnische Kone und die US-Firma Otis, höhere Margen aus.

Dank der guten Zahlen erhöht Schindler die Dividende: Die Ausschüttung pro Aktie soll um 30 Rappen auf 3 Franken angehoben werden. Aufgrund des Teilverkaufs des Anteils am IT-Händler Also, der dem Unternehmen fast 200 Millionen Franken in die Kassen gespült hat, stellt das Schindler-Management eine ausserordentliche Dividende von zwei Franken pro Aktie in Aussicht.

Roman Schenkel

Hinweis
Am Mittwoch, 9:30 Uhr, findet die Bilanzmedienkonferenz statt. Lesen Sie mehr Details zum Jahresergebnis von Schindler im Verlaufe des Nachmittags.

Schindler steigert Konzerngewinn

Im Geschäftsjahr 2016 stiegen die Erlöse um 3,1 Prozent auf 9,683 Milliarden Franken, wie Schindler am Mittwoch mitteilte. Der Konzerngewinn verbesserte sich um 10,2 Prozent auf 823 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 13,1 Prozent auf 1,133 Milliarden Franken, die EBIT-Marge betrug 11,7 Prozent.

Per Ende Jahr lag der Auftragseingang bei 10,374 Mrd. Franken, was einem Zuwachs um 4,1 Prozent gleichkam. Die vielen Bestellungen lassen Schindler zuversichtlich in die Zukunft blicken. Man erwarte für 2017 eine Umsatzzunahme zwischen 3 und 5 Prozent in Lokalwährungen.

Die eingeschlagene Wachstumsstrategie und die Massnahmen zur Verbesserung der Produktivität würden fokussiert umgesetzt. Der Personalbestand erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 58'271 Mitarbeitende. (sda)


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