Ein Kessel verstopfte die Kanalisation

SCHWYZ ⋅ Das Rätsel um den blutroten Dorfbach ist gelöst. Am Dienstag wurde der Bach gespült. Dabei wurde bei einem Hochwasser-Entlastungsschacht ein Pflaster-Kessel entdeckt, der die Kanalisation verstopft hatte.

15. Mai 2018, 22:16

Andreas Seeholzer

Die Verantwortlichen der Gemeinde Schwyz haben sich am Dienstag nochmals mit dem Dorfbach befasst. Eigentlich war geplant, die Kanalisation heute mit Kanalfernsehen abzusuchen. Dies braucht es nun aber nicht mehr, denn der Grund für das Blut im Dorfbach ist gefunden: «Ein Hochwasser-Entlastungsschacht war mit einem Pflaster-Kübel verstopft», sagte Donatus Dörig von der Gemeinde Schwyz. Auf den Kessel ist man gestossen, als die Kanalisation zwischen der Weibel AG an der Schützenstrasse 31 und der Liegenschaft Ziltener gespült und inspiziert wurde. 

Der Schwyzer Dorfbach floss am Montag blutrot (der «Bote» berichtete). Drei Metzgereibetriebe arbeiten im Einzugsgebiet des Dorfbachs. Geschlachtet wird immer montags und donnerstags. 

«Sicher ist es nicht 
mutwillig passiert»

Am Montag waren Polizei und je eine Vertretung des Amts für Umweltschutz und der Gemeinde Schwyz vor Ort. Das Blut konnte im Abwasserschacht bis zur Metzgerei Felder an der Grundstrasse rückverfolgt werden. Dort ist nichts Illegales passiert, das Schmutzwasser vom Vorplatz wurde ordentlich abgelassen.

Nun ist die Lösung gefunden. Zwischen der Weibel AG und dem offen verlaufenden Dorfbach unterhalb der Metzgerei Reichmuth wurde die Kanalisation gespült. Dabei wurde entdeckt, dass ein Pflaster-Kessel den Ablauf des Hochwasser-Entlastungsschachts verstopfte und somit das Abwasser in die Reinwasserleitung direkt in den Dorfbach fliessen konnte. «Wie der Kessel dahin gelangt ist, wissen wir nicht – sicher aber ist es nicht mutwillig passiert», sagte Donatus Dörig. 

Für die Schwyzer Verwaltung ist die Problematik mit dem Blut im Bach damit aber nicht vom Tisch. Abwassertechnische Massnahmen an den Infrastrukturanlagen werden aufgrund des Ereignisses überprüft. Dass der Dorfbach bereits am Sonntag, als keine der Metzgereien arbeitete, rotes Wasser geführt haben soll, bleibt für Dörig nach wie vor fraglich und ein Rätsel. «Hierzu fehlen uns die nötigen Grundlagen», so Dörig.

Der Regierungsrat hat 2010 festgehalten, die Professionalisierung der Abwasserentsorgung voranzutreiben. Als behördliches Instrument dient der generelle Entwässerungsplan (GEP). Ziel und Zweck des GEP für die Gemeinde sind ein sachgemässer Gewässerschutz und eine zweckmässige Siedlungsentwässerung. Es werden der bauliche und hydraulische Zustand des Kanalnetzes erfasst und Lösungsansätze zur Anpassung des Entwässerungskonzeptes an die Grundsätze der modernen Siedlungsentwässerung aufgezeigt.

Zurzeit kann in der Gemeinde Schwyz nicht gesagt werden, bis wann der Dorfbach entsprechend dem GEP saniert wird. «Es sind einige Bau-Projekte offen, die den Entwässerungsplan entscheidend beeinflussen», sagt Dörig.


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