Kanton Schwyz befürchtet geringere Mitsprache an Hochschule Rapperswil

FACHHOCHSCHULEN ⋅ Werden die drei St. Galler Fachhochschulen unter einem Dach zusammengefasst und mit einem Konkordat organisiert, wird Schwyz seine Beziehung zur Fachhochschule Rapperswil überdenken. Der Schwyzer Regierungsrat befürchtet, er könnte zum Beitragszahler degradiert werden.

17. Juli 2017, 10:25

Unter dem Druck des Bundes muss der Kantons St. Gallen seine drei Fachhochschulen Buchs, Rapperswil und St. Gallen effizienter organisieren. Dies hat auch Auswirkungen für den Kanton Schwyz, der an der Trägerschaft der Hochschule Rapperswil beteiligt ist.

Der St. Galler Regierungsrat schlägt vor, die drei Schulen unter einem Leitung zusammenzuführen. Mit den heute mitbeteiligten Kantonen Thurgau, Schwyz, Glarus und den beiden Appenzell sowie dem Fürstentum Liechtenstein sein soll eine Vereinbarung abgeschlossen werden. St. Gallen als Standortkanton würde den Lead übernehmen.

Der St. Galler Kantonsrat wird im September 2017 das weitere Vorgehen beschliessen. Sollte er sich für eine interkantonale Vereinbarung entscheiden, würden die beteiligten Kantone weitgehend zu Beitragszahlern degradiert und geringere Mitsprachemöglichkeiten haben, teilte der Schwyzer Regierungsrat am Montag in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage aus dem Parlament mit.

Wie sich der Kanton Schwyz in diesem Falle gegenüber der Hochschule in Rapperswil verhalten will, ist noch nicht klar. Die Situation müsste neu beurteilt werden, teilte der Regierungsrat mit. Es müsste vor allem eine Abwägung der Mitsprachemöglichkeit und des finanziellen Aufwandes vorgenommen werden.

Der St. Galler Regierungsrat hatte im letzten Juni erklärt, dass bei einer Konkordatslösung die Mehrkosten von St. Gallen zu übernehmen seien. Die Beiträge für die Mitträgerkantone sollten gleich bleiben oder gesenkt werden.

Der Schwyzer Regierungsrat hatte gegenüber dem Kanton St. Gallen dargelegt, dass er nicht an einem Zusammenschluss aller drei St. Galler Hochschulen unter einem Dach interessiert sei. Aus historischen, wirtschaftlichen und geografischen Gründen fokussiere Schwyz einzig auf die Fachhochschule in Rapperswil.

2015 studierten 134 Personen aus dem Kanton Schwyz an einer St. Galler Fachhochschule. 120 davon waren in Rapperswil immatrikuliert. Schwyz favorisiere deswegen ein Modell, dass eine gemeinsame Institution für Buchs und St. Gallen sowie eine separate Organisation für Rapperswil vorsehe, teilte der Regierungsrat mit. (sda)


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