Kanton Schwyz bestimmt 27 Standorte für Abfalldeponien

AUSHUB ⋅ Der Kanton Schwyz braucht für die nächsten 20 Jahre mehr Aushub- und Abfalldeponien. Er hat deshalb 27 Standorte bestimmt, um das Ablagerungsvolumen im Kanton um die Hälfte zu erhöhen.

13. September 2017, 12:01

Bei Tunnelbauten sowie Hoch- und Tiefbauarbeiten fallen im Kanton Schwyz pro Einwohner jedes Jahr 4,7 Kubikmeter unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial wie Fels, Kies, Sand und Ton an, wie das Umweltdepartement des Kantons Schwyz am Mittwoch mitteilte.

Zwar würden 70 Prozent davon für die Wiederauffüllung von Kiesgruben und Steinbrüchen verwendet. Doch die restlichen 30 Prozent müssten in Deponien abgelagert werden. Grossprojekte seien bei diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Dafür bestünden projektspezifische Lösungen, wie zum Beispiel die Seeschüttung Reussdelta beim Bau des Sisikoner Tunnels.

Für sieben bis zehn Jahre

Nach Schätzungen des Kantons würden die bestehenden Standorte für unverschmutztes Aushubmaterial noch für rund zehn Jahr ausreichen. Für sogenannte Inertstoffe, also vor allem Bauschutt wie Beton, Backsteine, Ziegel oder Glas, gäbe es in den Deponien noch Platz für rund sieben Jahre.

Deshalb forderte das Amt für Umweltschutz die Gemeinden auf, ihnen Gebiete für potenzielle Deponien zu melden. Übernommen wurden auch die Standorte der Deponieplanung aus dem Jahr 2005.

Das Amt schloss danach diejenigen Gebiete aus, die den Kriterien für eine Deponie nicht entsprechen, unter anderem weil sie in einer Bauzone, über Grundwasservorkommen oder in Waldreservaten liegen, näher als 20 Meter an einem stehenden Gewässer, in einem Jagdbanngebiet oder in einem Biotop von nationaler oder regionaler Bedeutung sind, oder National- oder Kantonalstrassen, Bahnlinien oder Flugplätze tangieren.

27 Deponiestandorte

Von ursprünglich 130 Vorschlägen blieben so am Schluss noch 27 Kandidaten übrig. Dazu gehören 10 Standorte für die Deponieregion Höfe/March, 5 für die Region Ybrig/Einsiedeln, 7 für die Region Talkessel Schwyz, 4 für die Region Küssnacht und 1 für die Region Wägital. Die Region Muotathal/Illgau verfügt bis Ende 2034 noch über genügend Kapazitäten.

Fünf dieser Standorte kommen zusätzlich noch als Inertstoffdeponien in Frage. Gemäss Mitteilung wurden die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer bereits über den vorgesehenen Richtplaneintrag informiert.

Einige Betroffene hätten ihre Zustimmung für die Weiterplanung aber nicht geben. Deshalb sei zum Beispiel in der Region Ybrig/Einsiedeln nur zwei Drittel des benötigten Volumens vorhanden. Bei der nächsten Überarbeitung der Deponieplanung müssten dann weitere Standorte gesucht werden.

Der nun vorliegende Bericht des Amtes für Umweltschutz wurde für einen Planungshorizont bis zum Jahr 2034 ausgearbeitet. Er wurde nach der Vernehmlassung bei Ämtern, Gemeinden und möglichen Betreibern vom Regierungsrat genehmigt. (sda)

Hinweis: Der Bericht zur Deponieplanung auf www.sz.ch/afu


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