Ermittler sollen DNA nach schweren Straftaten auswerten dürfen

BERN ⋅ Die Strafverfolgungsbehörden können künftig bei Mördern, Vergewaltigern und anderen schweren Gewalttätern mehr Informationen aus der DNA verwerten – auch Angaben über Augen-, Haar- oder Hautfarbe.

14. Dezember 2016, 17:19

Der Ständerat hat am Mittwoch eine entsprechende Motion des Luzerner FDP-Nationalrats Albert Vitali oppositionslos angenommen. Der Nationalrat hatte den Vorstoss bereits in der Frühlingssession gutgeheissen.

Momentan darf mit der DNA nur das Geschlecht eines Täters eruiert werden. Für Vitali ist klar: Mit einer präziseren Auswertung der DNA wären künftig auf Massentsts kaum mehr nötig.

Der Luzerner FDP-Nationalrat bezieht sich auf einen Kriminalfall, der das ganze Land erschütteert hat. Die Luzerner Polizei bot 371 Männer zu einem DNA-Test auf, nachdem im Juli 2015 in Emmen eine junge Frau vergewaltigt worden war. Der Täter riss das Opfer vom Velo. Die junge Frau wurde schwer verletzt. Sie ist querschnittgelähmt. Der Täter konnte nach wie vor nicht ausfindig gemacht werden.

Der Bundesrat muss nun ein Gesetz ausarbeiten. Justizministerin Simonetta Sommaruga stellte Vitali in Aussicht, dass schon in einem Jahr ein Vorschlag vorliegen könnte.


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